Persönliches Projekt · UX-Case-Study
Redesign der PureGym Schweiz App
Einleitung
Im April 2025 hat PureGym die Live-Auslastung aus der App entfernt. Was danach in den Bewertungen folgte, war keine Beschwerde über Komfort. Den Mitgliedern fehlte plötzlich das, was ihnen sagte, ob sich ein Besuch lohnt.
Rolle
Soloprojekt
Jahr
2026
Tools
Figma, Framer
Methoden
/Review-Analyse
/Konkurrenzanalyse
/Datenanalyse
/Thematische Codierung
/Wireframing
/Prototyping

Problem
Genau das sollte die Auslastungsfunktion schützen. Ihre Entfernung hat die App nicht unangenehmer gemacht; sie hat den Mechanismus entfernt, der die Besuche schützt, und die Besuche schützen den Umsatz.
Research & Discovery
Ziele
Methode
Wie ich die Bewertungen codiert habe
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Ich habe zuerst alle 100 Bewertungen gelesen und dann mit Claude eine keywordbasierte Themen-Codierung laufen lassen. Der erste Durchlauf lieferte False Positives («about» traf auf «Abo»), also habe ich Wortgrenzen ergänzt und jeden markierten Treffer am Originaltext geprüft.
Vergleichs- &
Musteranalyse
01. Die Frage beantworten, bevor die App aufgeht
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Die Auslastung wird vor dem Verlassen des Hauses geprüft, nicht bei der Ankunft. Eine Vorentscheidung hinter einem Tap prüft man einmal und dann nie wieder. Sie gehört auf den ersten Screen.
02. Die häufigste Aktion bekommt den kürzesten Weg
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Eingecheckt wird bei jedem Besuch, alles andere gelegentlich. Die Häufigkeit, nicht die Wichtigkeit, entscheidet, was in Reichweite liegt. Das Scannen sitzt jetzt in einem erhöhten Mittelbutton auf Daumenhöhe.
03. Den Nutzen zeigen, bevor man nach der Verpflichtung fragt
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Die Personalisierungsdaten kommen jetzt zuerst und zahlen sich sofort mit einem passenden Kurs aus. Die Frage nach der Registrierung kommt erst, nachdem der Nutzen gezeigt wurde.
Reihenfolge im Onboarding
Login/Registrieren
3 Ziele wählen
Fitnesslevel
dein Match ansehen
Konto erstellen
Finale Lösung




Gym-Eintritt
Onboarding
Erwartete Wirkung
Nichts davon wurde umgesetzt, also ist nichts davon gemessen.
Was folgt, ist das, was ich messen würde und was mir widersprechen würde. Eine Baseline stammt aus meiner eigenen Recherche; für die anderen beiden bräuchte es die Analytics von PureGym.
Auslastung
QR/Eintritt
Onboarding
Reflexion
Am meisten gebracht haben zwei Dinge: 100 App-Store-Bewertungen als qualitative Daten zu behandeln statt als Haufen Beschwerden, und die Codierungsmethode zu schärfen, als der erste Durchlauf die Ergebnisse überzeichnete. Mit mehr Zeit wären App-Abstürze und Stabilität (11 % der Bewertungen) die nächste Priorität.
Was ich anders machen würde
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• Moderierte Usability-Tests, nicht nur Review-Mining. • Google-Play-Bewertungen neben dem App Store, für eine weniger selbstselektierte Stichprobe. • Das Changelog von PureGym, um den Zeitpunkt zu bestätigen statt abzuleiten.
Fazit
Eine fehlende Funktion hat sich als messbares Business-Problem herausgestellt, nicht als Beschwerde, die man managt. Dieser Perspektivwechsel ist der Teil dieses Projekts, den ich ins nächste mitnehme.
Was sie nicht kann: den Kreis schliessen. Jede Zahl unter «Erwartete Wirkung» ist eine Prognose. Die Arbeit, die ich als Nächstes will, ist die, bei der die Änderung live geht und sich die Kennzahl bewegt, oder eben nicht.
Nächste Case Study
Usability-Tests auf sechs Mietwagen-Websites, 143 Beobachtungen in 11 Themen geclustert. Daraus ein neu gestalteter Buchungsflow nach einer Regel: Der Preis, den man sieht, ist der Preis, den man zahlt, Kaution inklusive.




















